Warum dieser Baukasten?

Noch nicht einmal ignorieren soll der Münchener Wortkünstler Karl Valentin einst empfohlen haben. Heute ist das Wegschauen nicht die Lösung: Zunehmend stößt man online und offline auf hasserfüllte Sprache, Selbstsucht, falsche Tatsachenbehauptungen, Bedrohungen Andersdenkender, Ausgrenzung und Nationalismus. Sollte man da drüber hinwegsehen?

Wenn Chauvinismus und Fremdenfeindlichkeit wieder salon- und portalfähig werden, hilft kein aktives Ignorieren.

Unser Baukasten soll Möglichkeiten eröffnen, im persönlichen Umfeld aktiv zu werden. Den (präsidialen) Irrsinn zu überhören, kostet zunehmend Energie, zu oft gelingt es gar nicht mehr. Die Gefahr ist groß, dass die Parolen von Hasspredigern, rechten Populisten und asozialen Demagogen verfangen − und das nicht nur bei den vermeintlich Besorgten oder Wutbürgern.

Statt destruktiven Kommentaren den öffentlichen Raum zu überlassen, kann man positive Bausteine dagegensetzen.



„Des ignoriern ma net amoi!“ Karl Valentin


Für Demokratie, Frieden und Freiheit werben

Umso wichtiger ist es, gegenzuhalten und den Raum der medialen Meinungsbildung konstruktiv zu nutzen. Umso wichtiger ist es, deutlich zu machen, dass (europäische) Gemeinschaft bei der Lösung von Problemen erfolgversprechender ist als der (nationale) Alleingang. Bei den europaweiten Demonstrationen von Pulse of Europe haben dies schon Tausende Europa-Überzeugte öffentlich bekundet.

Es lohnt sich unserer Meinung nach, für die Errungenschaften von Demokratie, Frieden und Freiheit zu werben. Denn das bisher Erreichte als selbstverständlich anzusehen, ist genauso riskant wie das Ignorieren der hasserfüllten Gegenstimmen.

 

Mit den Elementen des Baukastens gelingt dieses Werben vielleicht etwas besser.

 


Darf man das noch sagen?

Wie leicht man sich durch Sprache beeinflussen lässt, zeigt das Beispiel der Postkarte: „Das wird man wohl noch mal sagen dürfen“. Beim Entwurf der Karte haben wir darüber diskutiert, ob diese Formulierung verwendet werden sollte oder gar dürfte. Pegida und Wutbürger haben es geschafft, diesen Ausspruch zu besetzen. Vielleicht ist es Ihnen ähnlich gegangen, als Sie das Kartenmotiv zum ersten Mal gesehen haben.

 

Das wird man wohl noch mal sagen dürfen − das Positive. Persönlichkeit schätzt Andere. Gleichmachen ist blöd. Individualität braucht Unterschiede.

 

>>> die Postkarte finden Sie hier